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EINDRÜCKE DES KOLLOQUIUMS

"SOMMER DES ANTISEMITISMUS 2014: EINE NACHLESE"


 


Einladung zur Janusz Korczak Woche 2014

Alljährlich veranstaltet die Europäische Janusz Korczak Akademie anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte am 20. November die Janusz Korczak Woche, zu der wir Sie auch in diesem Jahr wieder sehr herzlich einladen möchten. 

Das Thema der diesjährigen Janusz Korczak Woche ist deswegen „Wehret den Anfängen“. Frieden und Wohlstand im Europa der Nachkriegszeit basieren auf der Achtung der Menschenrechte und einem entschiedenen Entgegentreten dem Hass gegenüber. Diese Errungenschaften beginnen mit einer achtungsvollen Erziehung zum Frieden, um sie auch in zukünftigen Generationen zu stabilisieren und zu erhalten. Durch ein erneutes Aufkommen der Kultur des Hasses werden sie heute gefährdet.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Janusz Korczak Woche steht das Kolloquium "Sommer des Antisemitismus 2014: Eine Nachlese". Außerdem bieten wir ein Programm für Kinder im Rahmen des Familienzentrums "Mishpacha" sowie eine Filmvorführung zu Janusz Korczak.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und bitten um Anmeldung unter anmeldung@ejka.org.


 

PROGRAMM

KOLLOQUIUM:

Sommer des Antisemitismus 2014: einNachlese
Samstag, 22. November – Sonntag, 23. November 2014

 
Seit März 2014 finden in über 100 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sogenannte „Mahnwachen für den Frieden“ statt, bei denen abstruseste Verschwörungstheorien und völkisches Gedankengut verbreitet werden. Die Solidaritätsdemonstrationen für Gaza während des jüngsten Konflikts zwischen Israel und der Hamas offenbarten ein lange nicht für möglich gehaltenes Ausmaß an bildlichem, sprachlichem und gewalttätigem Antisemitismus mit sich, der nicht mehr bei der ‚Israelkritik‘ endete, sondern sich explizit gegen Juden richtete und im Terroranschlag auf das jüdische Museum in Brüssel einen traurigen Höhepunkt erreichte. Bei der Landtagswahl in Sachsen Ende August entfielen auf rechte Parteien über 15 Prozent der Wählerstimmen, und auch aus den Wahlen für das Europäische Parlament in Straßburg gingen Ende Mai in ganz Europa vor allem neonazistische und rechte Parteien gestärkt hervor.

Antiisraelischer Protest in Nürnberg

 

Im Rahmen unseres Kolloquiums möchten wir den "Sommer des Antisemitismus" noch einmal Revue passieren lassen. Dabei wollen wir nicht nur der Frage nachgehen, ob es für Juden in Europa noch einen Platz gibt. Ziel ist es zudem, die Vorkommnisse zu verstehen und die Perspektiven der Antisemitismus- und Rassismus-Prävention auszuloten. 

Veranstaltunsort des Kolloquiums: Jugendinformationszentrum (JIZ) München, Sendlinger Straße 7


 
Samstag, 22. November 2014

Podiumsdiskussion: 
Junges jüdisches Engagement gegen Antisemitismus und Delegitimierung von Israel
18:30 Uhr

Zur Eröffnung des Kolloquiums konnten wir drei junge und engagierte Diskutanten gewinnen, die sich im zurückliegenden Sommer mit ihrem politischen und gesellschaftlichen Engagement den schwierigen Entwicklungen für europäische Juden entgegengestellt haben. 

Jehoshua Chmiel, Moderator des Podiums, war lange Zeit Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. 2002 war er Gründer des Vereins Am Echad, der sich gegen Antisemitismus richtete. 
Ilia Choukhlov, geboren in St. Petersburg, studiert in Erlangen Rechtswissenschaft. Zwischen 2011 und 2012 war er Co-Vorsitzender des Arbeitskreises Jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. Choukhlov ist Vorsitzender des Jüdischen Studierendenverbandes Franken.
Igor Mitchnik
 wurde in St. Petersburg geboren und wuchs in Berlin auf. Er studiert Sozialwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit mehreren Jahren ist er journalistisch u.a. für die Jüdische Allgemeine, den Tagesspiegel, die taz und den Kölner Stadt-Anzeiger tätig.
Anastassia Pletoukhina wurde in Moskau geboren und in Lübeck aufgewachsen. Sie studierte Gender- und Diversity-Kompetenz an der Freien Universität Berlin und war Mitbegründerin der Berliner jüdischen Studierendeninitiative Studentim e.V. Bis vor Kurzem war sie als Leiterin des Jugendzentrums bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin tätig.

 

Sonntag, 23. November 2014
 

Vortrag von Dr. Isabel Enzenbach:
Neue Qualität oder Déjà-Vu? Fragen aus der Antisemitismusforschung zum Sommer des Antisemitismus 2014
10:00 Uhr

Isabel Enzenbach studierte Evangelische Theologie in München und Berlin und ist seit 2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) an der TU Berlin. Sie arbeitete an mehreren Forschungsprojekten im Bereich Antisemitismusforschung mit und veröffentlichte hierzu zahlreiche Beiträge. Zuletzt kuratierte sie die Ausstellung "Angezettelt. Antisemitische Aufkleber und Gegenwehr" im Berliner Museum für Kommunikation.

 

Vortrag von Dr. Florian Hartleb:
Rechtsextremismus reloaded? Europa in Bewegung
11:15 Uhr

Florian Hartleb studierte Politik- und Rechtswissenschaft sowie Psychologie in Passau und Charleston, Illinois. Er lehrt an mehreren Universitäten, darunter München, Eichstätt und Bonn, zum Thema Links- und Rechtsextremismus und Populismus. Hartleb war bis vor Kurzem Koordinator für Politikanalysen und Parteienforschung bei der Konrad-Adenauer-Stiftung.

 

Vortrag von Remko Leemhuis:
Gegen Zinsen, Rothschild und Lügenpresse. Zur antisemitischen Propaganda auf den "Mahnwachen für den Frieden"
13:30 Uhr

Remko Leemhuis studierte Orientalistik an der Philipps-Universität Marburg. Derzeit lebt er in Berlin und bereitet seine Dissertation zur Orientabteilung im Auswärtigen Amt vor. Er veröffentlichte Arbeiten insbesondere in den Bereichen Antisemitismus, Islamismus und Terrorismus, jüngst zur Kritik der Arbeit von Nichtregierungsorganisationen in den palästinensischen Gebieten.


Workshop von Diana Liberova:
Antisemitismusprävention in der Zuwanderungsgesellschaft
14:45 Uhr

Diana Liberova wurde in St. Petersburg geboren und wohnt seit 1998 in Nürnberg. Sie studierte Musikwissenschaften und Pädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Heute ist sie beim Institut für Pädagogik und Schulpsychologie Nürnberg tätig. 2010 wurde sie zur Gründungsvorsitzenden des Nürnberger Integrationsrats gewählt. Seit diesem Jahr ist sie Stadträtin im Nürnberger Stadtrat.

Die Europäische Janusz Korczak Akademie bedankt sich beim Jugendinformationszentrum München für die Unterstützung.
 

WEITERE VERANSTALTUNGEN:
 

Global Day of Jewish Learning & Mitzvah Day bei „Mishpacha“:

Korczaks Moses, Held der Bibel, als Kind. Ein Workshop für Kinder & Erwachsene
 

Sonntag, 16. November 2014, 15:00 Uhr             
Janusz Korczak Haus München, Sonnenstraße 8

 

Das diesjährige Thema des Global Day of Jewish Learning ist „Heroes, Villains, Saints and Fools: The People in the Book“. Gleichzeitig findet an diesem Tag der internationale Mitzvah Day statt. Diese beiden mittlerweile fest im jüdischen Kalender etablierten Termine verkörpern zwei Aspekte des Judentums, die für die Europäische Janusz Korczak Akademie besonders wichtig sind: Jüdische Bildung und soziales Engagement. Während beim Global Day of Jewish Learning die jüdische Community sich seit nunmehr fünf Jahren versammelt, um die traditionellen Texte neu zu entdecken und gemeinsam am Lernen Spaß zu haben, lenkt der Mitzvah Day den Blick auf jüdische Werte wie Gerechtigkeit, Wohltätigkeit und Tikkun Olam.

 

Mit Kindern und Erwachsenen möchten wir eine thematische Brücke schlagen zu Janusz Korczak, dessen letztes geplantes Kinderbuch den "Kindern der Bibel" gewidmet sein sollte. Als Vorarbeit hatte Korczak eine Reihe von Kinderporträts zu den großen Namen der Bibel verfasst, von David über Salomo bis zu Jeremias und Moses.

 

Wir laden jüngere und ältere Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern zu einem Workshop ein. Lassen wir uns in vielseitig-kreativer Weise dazu inspirieren, in Wort, Schrift, Bild oder Bastelarbeit entlang Janusz Korczaks Text der Kindheit Moses nachzuspüren und dies mit einer Bastelaktion zugunsten jüdischer Waisenkinder anlässlich des Mitzvah Days zu verbinden.

Leitung: Dr. Katrin Diehl, Journalistin und Kinderbuchspezialistin.  
Eine Anmeldung unter mishpacha@ejka.org ist für die Teilnahme verpflichtend.

 

Auf den Spuren eines Fotos.

Ausstellung. Mittwoch, 19. November, bis Donnerstag, 4. Dezember 2014
 

Vernissage: Mittwoch, 19. November, 18:00 Uhr
Janusz Korczak Haus München, Sonnenstraße 8

Die Ausstellung zeigt zehn Lebensgeschichten jüdischer Kinder, die das mörderische nationalsozialistische Regime überlebt haben. Ihre Erzählungen erlauben es, eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte zur Sprache zu bringen, die Gerechten, die die Rettung dieser Kinder ermöglicht haben, zu würdigen und dem Gedächtnis derer, die nicht gerettet wurden, die Ehre zu erweisen.

Ausgehend von Erzählungen, Fotos und Unterlagen lässt sich jeweils die Geschichte eines jüdischen Kindes, das während des Krieges versteckt war, entdecken. Die Ausstellung „Auf den Spuren eines Fotos“ ist kuratiert von Yad Layeled France und war bereits in Schulen in Frankreich und Österreich ein großer Erfolg. 

Um Anmeldung unter anmeldung@ejka.org wird gebeten.
 

Film und Vortrag:

Korczak“ (Polen, 1990)
 

Donnerstag, 20. November 2014, 19:00 Uhr      
Janusz Korczak Haus München, Sonnenstraße 8
Die Veranstaltung findet in russischer Sprache statt.

Niemand Geringerer als Andrzej Wajda, einer der bedeutendsten Regisseure Polens, verewigte die letzten Wochen im Leben Janusz Korczaks in einem preisgekrönten Film. Eindrucksvoll zeigt er, wie sich Korczak bis zur letzten Sekunde um 200 Waisenkinder im jüdischen Ghetto Warschau kümmerte und sie trotz der Möglichkeit, dem Tod in den Gaskammern zu entkommen, nicht verließ.

Die Europäische Janusz Korczak Akademie zeigt den Film in russischer Sprache. Eine umfassende Einführung in Korczaks Leben und die historischen Hintergründe des Filmes bietet zudem der Direktor des Janusz Korczak Instituts in St. Petersburg, Korczak-Experte und Beiratsmitglied der Europäischen Janusz Korczak Akademie, Dr. Michail Epstein.

Um Anmeldung unter anmeldung@ejka.org wird gebeten.

 


 
 


Noch bis 30. Oktober anmelden!

Noch bis 30. Oktober ist die Anmeldung für das Nevatim-Kolleg der Europäischen Janusz Korczak Akademie möglich. Drei einjährige Lehrgänge, die in je zwei Blockseminaren und Kolloquien sowie in Webinaren Knowhow für pädagogisches, mediales oder projektorientiertes Engagement in jüdischen Organisationen vermitteln, stehen offen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

weitere Informationen hier


 


 


 


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