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Unser aktuelles Programmheft

 


Zur Rolle von Kindern in der aktuellen bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hamas

Stellungnahme der Europäischen Janusz Korczak Akademie


 

Die Europäische Janusz Korczak Akademie blickt mit tiefer Besorgnis auf die derzeitigen Vorkommnisse im Nahen Osten. Insbesondere macht uns die Instrumentalisierung von Kindern in diesem Konflikt Sorgen. Mit der Hamas wird der Gaza-Streifen von einer terroristischen Organisation regiert, die nicht nur die Rechte der Kinder mit Füssen tritt, sondern Kinder mit voller Absicht in unmittelbare Gefahr bringt. Bekannt ist die Praxis der Hamas, bei drohenden Angriffen unschuldige Erwachsene und Kinder auf die Dächer der angezielten (und vielfach vorgewarnten) Häuser zu treiben (https://www.facebook.com/idfonline/photos/a.250335824989295.62131.125249070831305/817344438288428/?type=1). Dabei will die Hamas die Kinder nicht einmal „lediglich“ als menschliche Schutzschilder benutzen, sondern zielt auf eine perfide Art und Weise auf eine möglichst hohe Anzahl von Opfern in der eigenen Zivilbevölkerung ab, um ihre politischen Ziele so weit wie möglich durchzusetzen. Diese Geiselnahme von Unschuldigen, insbesondere von Kindern, verurteilt die Europäische Janusz Korczak Akademie aufs Schärfste; sie ist durch nichts zu rechtfertigen.

 

Zweimal in den vergangenen sieben Tagen ist in den von der UN-Behörde UNRWA finanzierten Schulen Gazas Raketen und Bomben der Hamas gefunden worden (http://www.timesofisrael.com/for-second-time-rockets-found-at-un-school-in-gaza/). Einrichtungen für Bildung und Erziehung von Kindern werden als Waffenlager missbraucht und die geldgebenden Steuerzahler weltweit an der Nase herumgeführt. Wir finden es inakzeptabel und absolut unverantwortlich, gefährliches Waffenarsenal in der unmittelbaren Nähe von Kindern zu platzieren und nutzen.

 

Gemäß der Pädagogik unseres Namensgebers Janusz Korczak soll die freie Persönlichkeitsentfaltung des Kindes Ziel einer jeglichen Erziehung sein. Die von der Hamas im Gaza-Streifen ausgeübte militärische und ideologische Ausbildung von Minderjährigen zu Gotteskriegern (http://www.washingtontimes.com/news/2014/jan/15/13000-teens-graduate-hamas-terror-training-camps/) steht im denkbar schärfsten Widerspruch zu den Rechten und Bedürfnissen der Kinder. Jeder auf diese Weise indoktrinierte Minderjährige, der als bewaffneter Kämpfer sein Leben lassen musste, ist zu viel. Nur die Feigsten der Feigen lassen ihre Kämpfe von Kindern austragen. Über ein solches Ausmaß des Zynismus sind wir bestürzt.

 

Nicht zuletzt soll die Rolle der Kinder beim medialen Krieg angesprochen werden, der die militärische Auseinandersetzung begleitet. Vielfach finden wir auf sozialen Netzwerken und Informationsangeboten im Internet Bilder von leidenden oder toten Kindern, deren Zweck es ist, beim Zuschauer eine emotionale Reaktion hervorzurufen, um ihn für eine Agenda des Hasses empfänglich zu machen. Die angebliche Faktentreue solcher Bilder, die oftmals aus anderen Konfliktherden stammen und lediglich eingesetzt werden, um das politische Gegenüber zu delegitimieren, wurde bereits häufig zurecht in Zweifel gezogen (http://www.bbc.com/news/blogs-trending-28198622). An dieser Stelle möchten wir lediglich diese vielfach praktizierte emotionale Erpressung verurteilen, die uns angesichts der Tatsache, dass die Konfliktpartei, für welche diese Bilder Unterstützung erzeugen sollen, Kinder auf zynischste Art und Weise als Geiseln und Kanonenfutter missbraucht, wie Hohn erscheint. Darüber hinaus sind wir irritiert und hochgradig beunruhigt über den Umstand, dass mittels dieser Bilder und der bei Demonstrationen häufig skandierten Parolen wie „Kindermörder Israel“ ein Jahrhunderte altes, zutiefst antisemitisches Vorurteil der Ritualmordlegende wiederbelebt wird.

 

Wie schon vor 70 Jahren sind Kinder die größten Leidtragenden einer menschenverachtenden Ideologie und die ersten Opfer des Krieges. Wir sind zutiefst bestürzt darüber, dass Kinder Angriffen zum Opfer fallen, die im Rahmen der Selbstverteidigung Israels auf terroristische Stellungen geführt werden. Wir sind auch um jedes einzelne Kind im Süden Israels besorgt, das seinen Alltag in Angst und Bangen vor Hamas-Raketenverbringen muss. Der Gedanke, dass die derzeitige Auseinandersetzung nur ein Konfliktherd unter vielen aktuellen ist, die den gleichen Gesetzen unterliegen, erschrickt uns.

 

Nur wenn sich die demokratischen Länder dieser Welt eindeutig und ohne Einschränkung gegen die Einbeziehung von Kindern in militärische Auseinandersetzungen positioniert, gibt es eine Chance, das Leiden der Kinder zu beenden und radikale Kräfte wie die Hamas daran zu hindern, sie für ihren perfiden Zweck einzuspannen. Nur wenn wir die Grenzen aufzeigen, wenn wir uns weigern, ein solches Verhalten zu belohnen, können wir den Anreiz dazu tilgen.

 

Es ist an der Zeit, dass die Welt Konsequenzen zieht. Vor 95 Jahren forderte Janusz Korczak die „Magna Charta Libertatis“ für die grundlegenden Kinderrechte. Heute müssen wir die „Magna Charta Libertatis“ erweitern, um konkrete Schritte festzuhalten, wie Kinder von einem solchen Missbrauch wie derzeit in Gaza, aber auch in Irak, in Syrien, in Nigeria und in der Ukraine, geschützt und vor einem gewaltsamen Konflikt gerettet werden können.





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